Sunday, August 18, 2013

All Night Long

What a week... angefangen hat alles am Donnerstag um 02000h morgens. Geplant war die große Party ja erst für Donnerstag abend. Aber hier in Banff lässt sich ja nichts planen.

Wach geworden bin ich schon von dem "Gesang" aus dem Nebenzimmer. Kopfkissen über die Ohren und weiterschlafen. Hat nur bedingt funktioniert, da mir plötzlich das Kissen weggezogen wurde und Susi mir eine Taschenlampe ins Gesicht hält. "She's here, she's here..." "Of course I'm here, it's the middle of the night". Der nächste im Zimmer ist Adam, der mich nun wach rüttelt. "It's your birthday! Get up!" Na prima, dann weck aber auch Sara auf, die hat nämlich auch Geburtstag. Nee, die muss ja morgen früh arbeiten und darf "weiterschlafen".

Also werde ich rüber ins andere Zimmer geschleift und habe gleich einen Drink in der Hand. Ich glaube es war Rum oder Gin... egal, runter damit :) Nach dem zweiten Drink singe ich dann auch lauthals mit. Schon merkwürdig was manche Männer für einen Geschmack haben. Westlifes Flying Without Wings ist nun wirklich nicht gerade das was ich von den Herren erwartet hätte. Sei's drum. Über You're The Voice (die inoffizielle australische Hymne laut Adam und Rachael), Summer Of '69 , Highway To Hell haben wir glaub ich alles mitgenommen. Hätten doch nur noch ein paar Glee-Songs gefehlt. Hätte ich den mir angebotenen Joint geraucht, wäre das wohl auch noch drin gewesen. Nur zu schade, dass ich meine Kamera nicht dabei hatte. Auf meine Kommentar zu Adams ständigem "shuuush" gab es von mir nur ein trockenes "Don't shush me, I'm older than you". Den Gesichtsausdruck hätte ich gerne für die Ewigkeit festgehalten. Aber die Bilder wären höchstwahrscheinlich eh unscharf und verwackelt. Um 0540h werden die Gastgeber ein wenig müde und wir schleichen (na mehr schlecht als recht) in unser Zimmer zurück.

Da die Küche um 0600h ja wieder betreten werden darf, halten Steffen und ich uns wach. Der macht Sara und mir nämlich Geburtstags-Pfannkuchen. Lecker... so mit Bier zum Frühstück. Die Dose hatte mir Pete noch kurz vor Ende in die Hand gedrückt. Also sitzen wir in der Küche und frühstücken gemütlich. Ich hab ja keine Eile. Hab frei und kann den ganzen Tag genießen. Das funktioniert zumindest bis ungefähr 1800h dann geht die Party weiter. Zuerst im Storm Cellar (die hosteleigene Bar) in der Sara und ich schon einen ordentlichen Schwipps haben. Aber das reicht uns ja nicht. Wir wollen in den Club richtig feiern und tanzen. Den letzten Bus in die Stadt erwischen wir gerade noch so. Na prima... angeheitert dem Bus hinterher rennen. Muss lustig ausgesehen haben.



 
 


Bevor es ins Aurora geht, legen wir einen Stop bei McDonalds ein. Brauche unbedingt was zu essen. Nach einem Burger geht es mir gleich viel besser. Also auf zur nächsten Runde. Um 0100h haben wir dann aber endgültig genug. Also ab ins Taxi und zurück zum Hostel. Ein paar Stunden Schlaf und dann heißt es wieder arbeiten. Aber es ist ja Freitag und das heißt: Karaoke Night. Aso geht die Party weiter bis in den frühen morgen.
Normalerweise ist Samstag ja ein "Ruhetag". Aber heute ausnahmsweise nicht. Es ist Adam's Geburtstag. Und das heißt natürlich? Richtig, Party! Und auch hier wird gefeiert als ob es kein morgen gibt. Eh wir uns versehen sind wieder erst gegen 0400h in den Betten. Na macht ja nichts. Ist ja bereits Sonntag.

Wie jeden Sonntag nehmen wir aber an der Pub-Crawl teil. Das ist ungeschriebenes Gesetz im HI. Diesmal ein anderer Club. Doch auch hier gehen wir erst nach Hause als die Lichter wieder angehen. Ich habe mich noch nie so auf einen Montag gefreut. Nach 5 Nächten Party ist es aber auch mal an der Zeit für eine Pause.

Ich glaube zwar nicht das ich mich mit der Partysause übernommen habe. Wahrscheinlich waren es eher die zwischenzeitlichen Hikes die mich eine Woche später schmerzhaft in die Realität zurückholten. Wollte ein kleines Nickerchen vor meiner Schicht machen und dann sowas. Von einer Sekunde auf die andere kriege ich nicht mehr richtig Luft. Na prima. Was nun? Erst mal ruhig bleiben. Schluck Wasser trinken. Den Weg in die Küche habe ich gerade so geschafft. Nach einer Stunde wird mir das ganze dann doch zu unheimlich. Ätzendes Gefühl, wenn man nicht genügend Luft bekommt und der Brustkorb gefühlt irgendwie immer kleiner wird. Da stehen dann 5 Mitarbeiter vom Hostel im Zimmer und schauen mich panisch an. Muss wohl echt übel ausgesehen haben. Einer fährt mich dann ins Hospital. Ich wollte ja so einiges in Banff sehen. Das stand nun aber nicht gerade auf meiner Liste. In der Notaufnahme überspringe ich den Papierkram und werde gleich an ein EKG angeschlossen. Na super! Zum Glück nichts, aber Luft kriege ich immer noch nicht.





Der Arzt ist wirklich nett, aber ich bin gerade nicht hundertprozent aufnahmefähig was Fachchinesisch in englischer Sprache angeht. Danke für 15 Staffeln ER auf DVD in der Originalversion. Letztendlich findet er einen ausgerenkten Brustwirbel. Und eine Entzündung scheine ich auch zu haben. Das vielleicht schon seit Tagen. Würde erklären warum ich so müde war. Habe ich ja aber auf exzessives Feiern geschoben. Der Wirbel wird wieder an die richtige Stelle gerückt. Halleluljah.... das tat weh. Aber immerhin werden die Schmerzen langsam erträglich. Könnte allerdings auch an den Painkillern liegen. Nach 4 Stunden werde ich entlassen und kriege ein ordentliche Rechnung präsentiert. Der Arzt kriegt 275 Dollar und das Hospital stolze 715,50 Dollar! Na das meine Kreditkarte das nicht deckt ist klar. Na meine Versicherung wird sich freuen.

Ich nehme mir ein Taxi zurück ins Hostel. Am Front Desk dann die erste Überraschung. Ich bekomme ein Privatzimmer für die Nacht um mich richtig zu erholen. Will ich gar nicht haben. War mir schon zu viel Aufmerksamkeit. Muss sich auch schon ordentlich rumgesprochen haben. Alle schauen mich besorgt an und ich bin froh als die Tür meines Zimmers hinter mir zufällt. Und ein richtig großes Bett habe ich auch. Da das Codein mittlerweile wirkt falle ich auch nur noch auf Bett.



 
Am nächsten Morgen bin ich gerade rechtzeitig zum Check-Out wieder wach. Und dann die nächste Überraschung. Ich brauche heute nicht arbeiten. Glaube die haben nur Angst das ich denen im Café  vor allen Leuten umklappe. Ich beschwere mich nicht. Nach einem Frühstück ist der Weg in die Stadt aber doch fällig. Muss mein Rezept für meine Schmerztabletten abgeben. Codein haut schon ordentlich rein und es geht mir immer besser. Fühlt sich jetzt nur noch wie ein sehr fieser Muskelkater an. Zwei freie Tage müssen dann auch genügen.

Denn am Montag gehe ich wieder auf Moose-Tour!

Thursday, August 1, 2013

Ain't No Mountain High Enough

Schreibblockaden wie meine Mitbewohnerin habe ich nicht, hatte nur einfach keine Zeit oder keine Lust. Ich genieße das Leben in Banff in vollen Zügen. Das schließt Karaoke-Nights, Partys und jede Menge Hikes mit ein. Jetzt bin ich schon auf dem Sulphur Mountain und dem Tunnel Mountain gewesen.

An die Höhenluft in Banff habe ich mich ja nun gewöhnt, aber nochmal 670 Meter höher auf dem Sulphur Mountain wird die Luft dann merkbar dünner. Zum Glück riecht man dem Schwefel nur für einen kurzen Streckenabschnitt. Sonst würde da wohl auch niemand hochgehen.


wer faul ist, nimmt die Gondola
Man merkt auch wer in unserer Gruppe in den Bergen aufgewachsen ist und wer nicht. Ich kann definitiv keine Unterhaltung mehr in 2000 Meter Höhe führen und dabei noch laufen. Bin aber auch nicht alleine damit. Beneidenswert ist der kleine aus Irland allerdings schon mit seinen 13 Jahren. Rennt den Berg rauf und runter und hinter ihm schleppen sich die anderen den Berg hoch. Hätte von seiner Energie mal was abgeben können. Trotzdem hat sich der Aufstieg gelohnt.




almost on top


Ein atemberaubender Blick über das Bow-Valley und Banff. Das Wetter spielt zum Glück auch mit. Es ist zwar etwas bewölkt, tut der Stimmung und dem Ausblick aber keinen Abbruch.








no idea what the guy was doing there
 
Zum Glück geht es bergab ja wesentlich einfacher und auch schneller. Auch wenn man bedenken sollte, dass es an einigen Stellen ziemlich rutschig werden kann. Stehen ja überall Warnschilder. Wir kommen alle heil und gesund unten an und gerade rechtzeitig zum Regenschauer sind wir wieder im Hostel.

Ein paar Tage später beschließt die wesentlich kleinere Volley-Gruppe auf den Tunnel-Mountain zu hiken. Das ist der Berg, den ich schon immer halb zum Hostel hochgehen muss und wo ich auf dem falschen Trail gelandet bin. diesmal nehme ich zur Sicherheit auch 'ne Karte mit. Hab keine Lust wieder vor der Felswand zu stehen.





Mit Plan und dem richtigen Trail ist es auch nicht so schwer auf die Spitze des Berges zu kommen. Ist ja auch nur halb so hoch wie der Sulphur. Wir genießen den Ausblick und stellen fest, dass der Sulphur Mountain doch ein ganzes Stück höher ist. Na ich kletter trotzdem noch mal rauf. So viel ist sicher. Vom Tunnel Mountain aus können wir auch unser Hostel sehen. Niedlich von hier oben. Auch die umliegenden Berge sehen von hier oben immer noch höher aus.


 
 
in der Mitte das HI-Banff Alpine Centre
 

Bow Valley

Steffen & Sara
Trotzdem habe ich mir fest vorgenommen auf den Mount Rundle zu gehen. Das wird dann aber  wohl eine Tagestour. Hab mir aber sagen lassen, dass es sich mehr als lohnen soll. Na wehe nicht. Dann gibt's was zu hören. Wenn ich danach noch Luft bekomme.  Nach einer Stunde Sonnenbaden und Fossilien suchen (ja die gibt's hier oben) machen wir uns wieder an den Abstieg.

Fossil auf Tunnel Mountain

Da immer nur auf Berge klettern ja auch irgendwie langweilig ist, schließen Steffen, Katja und ich uns dem kleinen "Spaziergang" zum Sundance Canyon an. Da wir hier nicht wirklich einen Höhenunterschied überwinden zählt das nicht als Hike. Am Bow River geht es lang. Strahlender Sonnenschein hebt die Laune und wir genießen den Ausblick. Irgendwann macht der Trail einen Schwenk vom Fluss weg und etwas mehr in den Wald hinein. Eigentlich kein Problem. Wäre diese ganze Ebene nur nicht vor kurzem noch geflutet gewesen. Stehende Gewässer sind Brutstätte für was? Genau... Moskitos. Und das zu tausenden. Und ich übertreibe hier nicht. Sprechen konnte man nicht, dann hatte man die Biester gleich zwischen den Zähnen. Moskito-Spray hat nichts gebracht, ebenso wenig lange Kleidung. Die stechen da einfach durch. Also haben wir einen Sprint hingelegt um zum Canyon zu kommen. Aber bis dahin sind wir leider nicht gekommen. Am Fluss entlang auf einem schmalen Pfad balancieren ist eine ziemlich blöde Idee, wenn man das Gleichgewicht nicht halten kann weil man nur mit den Armen rudert und nichts sehen kann vor Stechviechern. Also wieder zurück durch die Moskitowolke. Bin ja nun so überhaupt kein Fan vom Joggen, aber damit ich da schneller durchkomme kann ich eine ziemlich lange Strecke zurücklegen.

Bow River



hat Steffen auch nicht viel geholfen


insgesamt über 40 Stiche in 30 Minuten; davon 7 im Gesicht
Wir haben abends dann auch einstimmig beschlossen, keine Hikes mehr in der Nähe von stehenden Gewässern. Und weil wir irgendwie auf das Thema Pancakes gekommen sind, macht Steffen uns die besten Pancakes überhaupt. Und weil wir uns nach den Pancakes so viel besser fühlen, buchen Steffen und ich unsere Moose Tour nach Jasper.


Steffen, bester Pancake-Koch ever!

die waren sooooooo lecker