Friday, May 10, 2013

Downtown

So heißt zum einen der Stadtteil und mein neues Hostel ebenfalls.

Den Rucksack hatte ich ja schon abends gepackt und wieder festgestellt, dass ich viel zu viele Sachen dabei habe. Gut das sich das Volumen des Rucksacks auf 80 Liter erweitern lässt.

Miho holt uns wieder ab und wir machen uns auf den Weg um die Sozialversicherungsnummer zu erhalten. Dafür das Miho nur circa 1,55m groß ist legt sie ein ganz schönes Tempo vor. Kommt mir gelegen, denn der Rucksack wiegt so einiges. Als wir an der Ampel anhalten, fragt Miho mich ganz erstaunt ob das alles an Gepäck ist was ich dabei habe. Sie habe viel mehr mitgehabt.... jetzt bin ich erstaunt. Wie kann so ein kleines Persönchen so viele Sachen brauchen, geschweige denn tragen?

Egal, jetzt wird es ernst. Es gibt die Sozialversicherungsnummer. Wir werden alle aufgerufen und müssen zum Sachbearbeiter an den Schalter. Ich fühl mich wieder wie im Büro. Aber nur von der Optik her. Bei uns wird man nicht gefragt ob man Hilfe mit dem Rucksack braucht und der Sachbearbeiter stellt sich auch nicht mit Vornamen vor. Ich bin die Höflichkeit der Kanadier noch nicht gewohnt und hab den Rucksack schon auf der Schulter. Kommentiert wurde das von James mit "You must be a tough girl". Ironie? Keine Ahnung, wir haben uns gut verstanden. Ich erzähle ihm von meinem Job in Deutschland, er gibt mir Reisetipps für Hawaii (auf meinem T-Shirt steht Aloha). Bei der kurzen Entfernung sollte ich den Trip unbedingt in Erwägung ziehen, am besten im Oktober. Hätte mir ja auch gleich eine günstige Fluggesellschaft verraten können. Sozialversicherungsnummer in der Hand und dann kann ich jetzt auf Jobsuche gehen. Mit dem Rest der Truppe noch schnell ein Gruppenfoto gemacht. Ich muss ja jetzt erst mal in mein neues Hostel. Die anderen bleiben alle noch im alten Hostel. Den Rucksack schleppe ich aber nicht den ganzen Tag mit mir rum.



Gemeinschaftsgarten
Also geht's gute 10 Blocks quer durch Downtown. Verlaufen kann man sich eigentlich nicht. Alles ist quadratisch, praktisch, gut angelegt. Ich bin erstaunt wie grün hier alles ist. Auf vielen Dächern der Hochhäuser stehen Bäume und vor öffentlichen Gebäuden finden sich auch immer kleinere Parks. Einen Gemeinschaftsgarten gibt es hier auch. Am Hostel angekommen merke ich nun auch, dass ich die ganze Zeit bergauf gelaufen bin. Es gefällt mir hier aber wesentlich besser. Ich mochte das andere Hostel nicht. Dunkel (deswegen gibt's auch keine Fotos davon), unübersichtlich, merkwürdiger Geruch und dreckig. Butter bei die Fische: Hotel und Hostel sind zwei verschiedene Welten. Das kann man nicht vergleichen. Schon gar nicht was die Sauberkeit betrifft. Aber wenn ich beim Blick in die Zimmer und die Duschen Herpes kriege.... nein Danke. Hier im Downtown ist es etwas kleiner, aber dafür auch ruhiger und sauberer. Gut es liegt etwas Abseits, aber das stört mich nicht. Und das Zimmer hat ein Fenster. Eines wo man auch was sieht, wenn man rausguckt. Eine Mitbewohnerin lerne ich schon kennen. Zoe ist Irin und kommt aus Dublin und ist mir auf Anhieb sympathisch. An den irischen Akzent muss ich mich allerdings erst wieder gewöhnen.

Ich lasse meinen Rucksack im Schrank und mache mich wieder auf den Weg um die Sonne auszukosten. Ab dem Wochenende soll's Regen geben. Da ich zum Hafen will, laufe ich den Weg zurück den ich vorher auch gekommen bin. Diesmal nur eine Querstraße weiter. Man merkt, dass man hier im beliebtesten Wohnviertel ist. Neue, moderne Hochhäuser mi Glasfronten und viele Shoppingmöglichkeiten treffen hier aufeinander. Banken und auch die Vancouver Art Gallery befinden sich hier.

Der Hafen ist mit seinem Vancouver Canada Place allein schon sehenswert. Die zwei riesigen Kreuzfahrtdampfer stören zwar die Aussicht, aber dafür lässt sich die Sonne hier richtig genießen. Weil es hier so unerträglich warm ist, musste eine Erfrischung her. Canada Dry ist ein nicht so süßes Ginger Ale. Und gut gekühlt einfach mega lecker. Muss ich dann wohl später in Deutschland importieren müssen.

Nach 2 Stunden Sonnenbad geht's wieder Richtung Hostel. Diesmal auf der Granville Street. Hier reiht sich Geschäft an Geschäft. Shopping ohne Ende. Tim Horton's an jeder zweiten oder dritten Ecke. An den andere macht sich dann Starbucks breit.

Auf dem Highlight der Straße wird allerdings die meiste Zeit nur rumgetrampelt. Der Vancouver Star Walk ist wie der Walk of Fame in Hollywood. Aber eben nur für kanadische Künstler. Und davon gibt es eine ganze Menge.


Noch schnell ein paar Flip-Flops gekauft und dann zurück ins Hostel. Ich habe es tatsächlich geschafft in meine neuen Sportsocken an einem Tag ein Loch zu laufen? Für Turnschuhe ist es außerdem viel zu warm. Auf dem Sonnendach noch ein paar Infos und Anregungen für die nächsten Tage geholt. Dann noch kurz für einen Kaffee in den Innenhof und dort gleich eine weitere Bekanntschaft gemacht. Ich hoffe der Kleine kommt nicht ins Zimmer geklettert.

Zoe sieht ziemlich müde aus, dafür dass es gerade mal 6:00pm ist. Na mal sehen wie die Nacht hier wird. Jetzt noch schnell unter die saubere Dusche und dann ab ins Bett. Mal sehen ob ich mit dem Muskelkater überhaupt nach oben komme.


No comments:

Post a Comment