Nach Montréal wäre mir wohl jede Stadt recht gewesen, aber Ottawa hat schon was. Angekommen bin ich im Hostel dann auch um 8:30pm. Lange Reise und mein Rucksack wartet zum Glück auch auf mich. Von der Train Station ist es nur eine kurze fahrt mit dem Bus bis zum Hostel und das befindet sich auch nur 2 Minuten von der Busstation entfernt.
Sieht ja interessant aus. Das Hostel wurde aus einem alten Gefängnis umgebaut. Ich habe aber gegen eine Nacht in Einzelhaft nicht einzuwenden. Klaustrophobisch veranlagt sollte man aber besser nicht sein. Bin froh nur mit einem Rucksack zu reisen. Mehr Gepäck passt in die Zelle auch nicht rein. Trotzdem gemütlich. Und nach stundenlangem rumgerenne und sitzen im Zug ist mir ein Bett mehr als willkommen.
Angeblich soll es im Hostel ja auch spuken. Haunted Hostel... na mir soll jeder Geist recht sein, ich bin zu müde. Am nächsten morgen sind meine Handschuhe, Mütze und Cap verschwunden. Habe ich beim einchecken am Frontdesk vergessen. Ich glaube zwar an Geister glaube aber kaum, dass die mit so was etwas anfangen können. Na da freut sich jetzt bestimmt jemand über warme Hände und warme Ohren. Geist hin oder her... wenn ich den oder die erwischt hätte, hätt's einen Satz warme Ohren gegeben und das ohne Mütze.
Dann wird der Tag halt kurzfristig etwas umgeplant. Bevor es Richtung Parliament Hill geht, noch schnell neue Handschuhe gekauft. Die müssen sein. Bei einer gemütlichen Außentemperatur von -20° friere ich mir sonst die Finger bei fotografieren ab.
Geplant war zuerst die Richtung zum Parlament einzuschlagen, aber da ich nun schon am Byward-Market bin, kann ich mich auch dort erst umsehen. Hunderte von kleineren und größeren Läden haben sich in einem Umkreis von 2 Blocks angesiedelt. Dazwischen etliche Restaurants. Shoppen ist aber bis Toronto nicht drin. Der Rucksack wird sonst zu voll. Nur die Handschuhe müssen sein.
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| Nova Scotia |
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| Die haben's bis nach Canada geschafft? |
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| Ich sehe schon überall St. Patrick.... will endlich feiern |
Mit neune Handschuhen trete ich dann meinen Rundgang durch Ottawa an. Das Parament ist natürlich ein Pflichtbesuch. Sieht aber zugegebenermaßen auch beeindruckend aus. Und kostet nichts. Die geführten touren sind allerdings am Dienstag schon alle vorbei. Und das gerade mal kurz vor Mittag. Na dann immerhin rauf auf den Peace-Tower mit schönen Ausblick über Ottawa. Auch wenn man Dank des Schnees nicht all zu weit sehen kann. Schade, dass eine Hälfte des Gebäudekomplex gerade renoviert und restauriert wird. Aber hey, Photos wie Postkartenmotive kann ja jeder haben. Ich schreibe schon mal für den nächsten Tag: Die geführte Tour hat sich gelohnt und die Sonne hat sich auch blicken lassen.
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| Rudern im Schnee wäre doch mal was |
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| Kunst, eh? |
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| fast alles drauf |
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| nächster Tag mit Sonnenschein |
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| Kann ja nicht jeder auf Comic- und Actionhelden stehen |
Anschließend geht es weiter. Von Stadtviertel zu Stadtviertel und ich bereue langsam den Kauf von "billigen" Winterschuhen. Die sohle ist an einer Seite schon abgelaufen und ich weiß schon jetzt, dass ich mindestens 3 Blasen habe. Was einen nicht umbringt, härtet einen ab. Wie mein Grandpa immer gesagt hat: Bis du verheiratet bist, ist alles wieder weg.
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| Leprechauns wo man hinsieht |
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| und noch mehr St. Paddys |
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| Immer schön weit weg vom Gebäude. Das könnte einen glatt erschlagen |
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| vor ein paar Stunden noch ohne Schuppen... sorry Schnee |
So langsam wird die Speicherkarte voll und der Schnee wird eh immer schlimmer. Am Rideau Canal muss ich aber noch lang. Nur in Canada kann man wohl zur Arbeit und nach Hause skaten. Der Kanal ist komplett zugefroren und man kann kilometerweit Skaten. Für untalentierte Skater wie mich lohnt sich immerhin ein Spaziergang auf dem Kanal. Wann kann man schon mal auf einem Kanal langlaufen. Ich erinnere mich an den zugefrorenen Maschsee und wie das Eis dann doch ab und zu mal verdächtige Geräusche gemacht hat. Keine Spur davon, nur festes, solides Eis.
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| so schön es auch aussieht.... ich gehe zu Fuß |
Mein letzter Stop für den Tag führt mich in eine riesige Shoppingmall. Hannoveraner stellen sich bitte die Ernst-August-Galerie in vierfacher Größe vor. Und da im Sportgeschäft das riesengroße Sale Schild prangt, investiere ich mein Geld in ein paar North Face Boots. Bei den Schneemassen wärmstens zu empfehlen und mit 80 Dollar ein Schnapper. Soviel zum Thema shoppen fällt aus.
Zurück im Hostel ist dann erst die Dusche fällig und dann wird die Packung Blasenpflaster endlich leer. Hätte schlimmer kommen können. Nachtleben wäre ja mal eine interessante Erfahrung, aber ich bin total erledigt und für morgen sind Naturkundemuseum und Flugzeugmuseum geplant.
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| noch Fragen? |
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