Greyhound = done
Bus = done
Hitchhiking = done
Auto = done
Flug = done
Zug = done
damit wäre dann alles abgehakt. Okay... Fahrrad, Motorrad oder zu Fuß wäre noch eine Möglichkeit. Aber die Standartvarianten sind erledigt.
Manami hat mich noch begleitet und netterweise meinen Proviant getragen. 22 Stunden Zugfahrt, da muss schon einiges mit. Die 2 Literflasche Traubensaft hat im Rucksack keinen Platz mehr. Äpfel, Salzstangen und ein Panini waren der Rest den ich noch im Hostel hatte.
Der große Rucksack wird aber eingecheckt. Mit dem muss ich mich bis Ottawa nicht rumärgern. Wird in Montréal automatisch umgeladen. Na wenn das mal gutgeht. Dann wird es langsam ernst. Ich muss mich von Manami verabschieden und in den Zug. Der Zug ist lang und ich habe keine Ahnung wo ich genau hin muss. Richtung Zuganfang ist die einzige Richtungsangabe die wir bekommen. Immerhin bin ich nicht die einzige die etwas ratlos ausschaut. aber ich finde mein Ziel und dann heißt es einen Platz suchen.
Was mir zuerst auffällt ist, dass es nur 3 Sitze pro Reihe gibt. Zwei auf der linken und Einzelsitze auf der rechten Seite. Ich nehme den Einzelsitz. Kann ich mich wenigstens ausbreiten und brauche nicht umräumen. Gibt auch wesentlich mehr Beinfreiheit. Bei den Entfernungen die der Zug zurücklegt ist das wohl auch angebracht.
Das ganze Zugsystem ist anders. Darum auch der Medienrummel. Wenn man sich vorstellt, dass nur alle 3 Tage ein Zug von Halifax abfährt. Pünktlich um 11:00am geht es los. Die ersten Kilometer sind noch recht vertraut, doch dann Wechsel es in die typische Nova Scotia Landschaft. Wasser und Bäume. Das Wasser ist allerdings heute meistens weiß. Die Seen und Buchten sind zugefroren und mit Schnee bedeckt. Ich genieße die Aussicht, sofern sich bei dem Schnee etwas sehen lässt. Man kann halt nicht immer Sonnenschein haben. Dafür sehe ich noch jede Menge Weißkopf-Seeadler. Leider zu schnell für die Kamera.
Nach einer guten Stunde hält der Zug planmäßig an der ersten Station des Tages. Und schon wieder überall Kameras und Reporter. Na mir solls recht sein. Nach weiteren 3 Stunden kommen wir an die Grenze Nova Scotias und es geht nach New Brunswick. Optisch kaum ein Unterschied. Und schneien tut es hier auch.
Regionalpolitik in Canada ist auch mal eine Erfahrung. Im Zug treibt ein Mitglied der Grünen Partei Kanadas sein Unwesen. Fataler Fehler zu sagen, dass ich aus Deutschland komme. Vor 9 Monaten musste mich niemand fragen, der Akzent war zu offensichtlich. "Oh die Grünen in Deutschland sind ja eine etablierte Partei und so bekannt. Das wäre in Kanada noch ganz anders." Dann fängt der gute Mann an mir sein Parteiprogramm zu erklären. Äh ja... kein Kommentar. Und überhaupt Zeitverschwendung. Ich bin ja nicht mal ein potenzieller Wähler. Falsche Staatsbürgerschaft. Aber er freut sich so. Nach 10 Minuten gib er dann auf und sucht sich ein neues Opfer.
Bein vertreten ist angesagt, also auf Richtung Zugende. Dort gibt es den Kuppelwagen, von dem aus man über die ganze Zuglänge hinwegsehen kann. Erst mal hinkommen. Bei dem Rumgewackel wird man ja seekrank. Auf Schiffen schaukelt's sich besser.
Die Landschaft hat sich immer noch nicht geändert. Das Wetter auch nicht. Monotones Schneegestöber und seichtes Geschaukel machen müde. Es ist aber noch zu früh. Nach weiteren 3 Stunden wird es lediglich dunkler. Also langsam unter die Jacke gekuschelt und warten bis die Lichter im Zug ausgehen. Als Bedtime-Story gibt es noch zwei Folgen von Geschichten aus der Gruft, Panini mit Apple-Jelly als Abendbrot und dann heißt es "Good Night New Brunswick".
"Et bonjour Quebéc".... aaaaaahhh, der französische Teil. Na immerhin hat es aufgehört zu schneien. Die Nacht hätte schlimmer sein können. Bin nur einmal richtig aufgewacht, weil ich mir das Knie verdreht habe. So viel Beinfreiheit ist dann auch wieder nicht. Vermisse mein gemütliches Bett in Halifax. Eine Stunde Zeitverschiebung sorgt immerhin eine Stunde mehr "Schlaf". Jetzt lässt sich auch ein deutlicher Unterschied in der Landschaft erkennen. Weniger Tannen und Seen, mehr Felder und Laubbäume.
Mal sehen, was Montreal jetzt so zu bieten hat.
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