Monday, September 2, 2013

Open Road

Endlich wieder auf Tour... mit meiner favorisierten Art zu reisen.
Moose! I just love it. Simple as that.

Ich habe 4 Tage Urlaub vom Urlaub. Steffen hab ich ebenfalls die Tour aufgeschwatzt. Also sind erst mal zwei Volleys weg. Na mir ist das jetzt mal so was von Schnuppe. Ich will in den Bus.

Um 0800h geht's los. Mein Tourguide für den Trip ist Mitch. So langsam hab ich wohl alle Tourguides kennengelernt. Wirkt ein bisschen grumpy, aber ohne Kaffee bin ich morgens genauso.

Steffen und ich haben uns gleich die besten Plätze gesichert. Bevor wir losfahren verabschiedet sich Caleb noch von seinen Schützlingen die er gestern Abend hier abgeliefert hat. 2 Stunden zu spät zum Dinner kommen.... also wirklich. Ich bin jetzt also der Moose-Veteran. Ähm ja, kann ich mit leben. Na schließlich habe ich die Tour ja schon gemacht. Hat er ja nicht ganz unrecht. Jetzt aber Tür zu. Ich will endlich los.

Unser erster Stop führt uns zum Lake Minnewanka mit dem Staudamm. Hier irgendwo müssen die Spezis damals bei der Flut ja das Umspannungswerk geflutet haben. Ganz nett, aber schon geht's weiter zum Two Jack Lake. Schöner und lädt irgendwie zum baden ein. Aber erst mal gibt's die Vorstellungsrunde. Insgesamt sind wir 11 Leute. Aber allein Yulia quasselt für eine ganze Fußballmannschaft. Ja ich habe auch gerade gemerkt, dass eine Fußballmannschaft aus 11 Personen besteht. Dann eben für beide Mannschaften plus Kommentator. Steffen wollte sie schon nach ein paar Minuten aus dem Bus schmeißen. Ich hätte sie einfach vergessen oder in den See geworfen.


Es geht kurz zurück nach Banff... Vorräte einkaufen. Dann Richtung Lake Louise immer am Highway entlang. Und immer schön nach Bären Ausschau halten. Kurz vor Lake Louise fragt mich Steffen ob ich eigentlich ein Telefonsignal hier draußen habe. Kurzer blick auf Mobilephone und ja... Empfang und 5 verpasste Anrufe und eine Textmessage. 604Vorwahl.... das ist Vancouver, aber wer hat da meine Nummer? Hmm, der Text ist von Hayley. Hayley ist ebenfalls Guide bei Moose und versucht Mitch zu erreichen. Ich also Mitch mitgeteilt, dass er bitte das Büro oder Hayley anrufen soll. Die anderen im Bus wundern sich natürlich... jetzt bin ich Mitchs Sekretärin.

Tja ich hatte mir schon gedacht das irgendwas komisch war. Wir haben jemanden in Banff vergessen. Da wir den Weg nicht zurück fahren können, wird Ellie mit dem Taxi nach Lake Louise gefahren. Wir haben in der Zwischenzeit genug Zeit uns den See anzusehen. Haut mich auch beim zweiten Besuch nicht um. Da fand ich ihn zugefroren ehrlich gesagt eindrucksvoller. Versteh den Hype immer noch nicht.

Dann treffen wir auch Ellie. Nette Australierin und zum Glück nicht so eine Quasselstrippe.
Also geht's weiter zum Moraine Lake. Viel, viel schöner und eindrucksvoller. Aber wir haben noch einiges an Weg vor uns. Also geht es weiter den Icefield Parkway entlang. Berge, Seen und eine unbeschreiblich schöne Landschaft. Hab ich ja schon gesehen aber so ohne Schnee sieht es doch anders aus. Kleine Hikes hier und da und schließlich treffen wir in unserem ersten Wilderness-Hostel ein. Rampart Creek hat mich wieder. Und klein Dana ist auch immer noch da. Verrückter Hund. Also schnell die Vorräte aus dem Bus und die Sachen verstaut.






Be careful, or give us at least the keys for the bus







Und dann auf Entdeckungstour. Bei meinem letzten Besuch war nix mit Klettern dank der verknacksten Knöchel. Aber jetzt dafür vorneweg. Und wenn ich klettern sage meine ich auch klettern. Aber der Ausblick ist es wert. Der Vorteil wenn man oben auf einem Berg steht ist, dass man den Regen kommen sieht. Also runter. Sonst gibt's eine Rutschpartie der besonderen Art. Durch den Regen fällt aber auch unser Lagerfeuer aus. Sitzen wir eben alle zusammen nach dem gemeinsamen Dinner im Gemeinschaftsraum und lesen, quatschen und blättern die Magazine durch.
Ziemlich müde geht es zeitig ins Bett, denn morgen gibt es wieder eine Menge zu sehen.

high up on Rampart Creek


Mitch: "Wanna take the fast ride down? It's free"
Me: "After you."

how did I get up there?


Morgens dann (fast) alle gemeinsam gefrühstückt. Nur Yulia steht genervt in der Ecke und drängelt. Ausblenden, einfach ausblenden. Arme Katja, die hat die schon Tage an der Backe. Beim ersten Hike des Tages hat uns Mitch ausgetrickst. Angeblich dürfen hier nur speziell ausgebildete Guides mit der Gruppe hiken, darum müssen wir alleine hoch. Ja Mitch... schon klar. Sag doch einfach, wenn du deine Ruhe haben willst.



Nächster Stop ist der Icefield Glacier. Immer noch eindrucksvoll, aber verliert ohne Schnee auch an "Wow-Effekt". Die angebotene Brewster Tour auf den Gletscher mache ich nicht mit. 40 Dollar kann ich besser investieren. Da gehe ich lieber unten am Gletscher mit dem Rest der Truppe hiken. Ohne Schnee geht das allerdings viel besser als noch im Mai. Da nur hiken ja auch langweilig ist, machen wir 'ne Icewater-Challenge. Wer seine Hand zuletzt aus dem Wasser zieht hat gewonnen. Nach 30 Sekunden gibt der erste auf, weitere folgen nach einer guten Minute. Nach 2 Minuten sind noch Steffen und ich im Rennen. Ich würde ja auch Schmerztabletten nehmen, wie  unfair. Die letzte habe ich vor 6 Stunden genommen. Trotzdem gibt er nach 2:15 auf und ich bin 5 Sekunden später dann auch froh, dass die Hand noch dran ist.




 
Mitch, Alina, Steffen, Toni, Ellie
 

Katja and her Puffin


Zurück im Bus geht es weiter zum Valley of Five Lakes. Und jetzt werden die Badesachen aus den Rucksäcken gekramt. Yeah, let's go for a swim. Umziehen gestaltet sich als neue Erfahrung. Jess und ich suchen den passenden Baum. Und dann geht es rein ins Wasser. Hätte ich mir jetzt kälter vorgestellt.

Le-'s go for a swim!








Es geht kurz nach Jasper um noch einige Vorräte zu holen und vor allem Marshmallows! Dann hoch ins HI Mount Edith Cavell. Vorher liefern wir aber noch Yulia im HI-Jasper ab. Die verbringt keine zweite Nacht in der Wilderness. Ich lache mich schlapp als ich erfahre, dass Yulia gestern versucht hat Ken und Mitch zu überreden sie in ein Hotel zu fahren. Warum buche ich so einen Trip dann überhaupt? Jedenfalls freut sich der ganze Bus, dass endlich mal Ruhe ist. 40 Minuten fahren wir von Jasper immer schön den Berg hoch und kommen schließlich im Hostel an. Das Dinner-Team kocht leckeres Curry, aber wir müssen noch Platz für die Marshmallows lassen. Die Hütte, in der wir alle schlafen, ist schön warm durch den Ofen in der Mitte. Morgens merkt man allerdings in welcher Höhenlage man sich befindet. Ist doch schon etwas chilly.






Campfire with Marshmallows

and full moon
 
 

Nach dem Frühstück steht auch schon der erste Hike an. Da im Mai hier noch alles verschneit und vereist war, sind wir mit Ryan gar nicht hier hoch gekommen. Also auch für mich etwas neues. Ordentliches Stück Arbeit bis nach oben. Den letzten Aussichtspunkt nehme ich schon nicht mehr mit. Ich will den Rest des Tages ja auch noch genießen. Außerdem merke ich den Wirbel wieder und ich hab keine Lust mich wieder mit Codein vollzudröhnen. Also genießen Katja und ich ein wenig die Aussicht und plaudern ein wenig. Irgendwann fällt uns auf, dass die anderen ja so langsam ma wieder vom Berg runter kommen müssten. Da Mitch den anderen Aussichtspunkt auch noch nie gesehen hat, befürchten wir beide, dass der Rest der Gruppe einen anderen Weg genommen hat und schon unten auf uns warten. Also machen wir uns auf den Weg nach unten und treffen auf halber Strecke Jess.



we would do almost anything for a good photo


Die hat wirklich einen anderen weg genommen, aber der Rest ist noch hinter uns. Also versuchen wir auf dem Weg nach unten einen Bren zu entdecken, allerdings ohne Erfolg. Dafür gibt's Pikas und Marmots.

Marmot,

another Marmot...

and a Pika
 
Anschließend geht es zum Maligne Canyon und genau wie beim letzten mal, versagt der Akku der Camera. Die zweite Batterie ist allerdings im Bus. Und der Bus ist bereits mit Mitch auf der anderen Seite des Canyons. Der wartet dort mit Donuts auf uns. Lecker!




very rare species of an australian koala


Da es mittlerweile doch unglaublich arm geworden ist, geht es zur Abkühlung noch zum nächst gelegenen See. Jess und ich sehen uns nur an. Let's find a tree! Im Wasser ist es angenehm. finden zumindest wir Mädels. Die anderen stehen schon wieder am Ufer. Maria muss verständlicherweise ohne ihre Brille schwimmen und fragt: "So I don't have glasses... what are we thinking of the boys?" Ich glaube aber es war so laut, dass es alle gehört haben. Lachanfälle lassen sich zum Glück am besten kurieren in dem man einfach unter Wasser taucht. Da auch wir langsam Hunger kriegen, schnell abtrocknen und ins Hostel. Heute wird nicht gekocht, wir gehen aus. Noch der dezente Hinweis von Mitch, dass es niemanden zu beeindrucken gibt in Jasper. Einige Mädels bräuchten sonst 2 Stunden für Dusche und Makeup. Das Essen ist reichlich und lecker.




Da brauche ich am nächsten morgen nicht mal Frühstück. Aber die letzten Reste müssen weg. Ellie begleitet uns nicht mit zurück. Sie bleibt noch ein paar Tage in Jasper. Nur merken wir das erst, als der Bus schon losfährt.

Ob wir Lust auf einen morgendlichen Schwimmausflug haben. Klar sind wir dabei. Allerdings hat uns Mitch etwas verschwiegen. Schwimmen kann man im Horseshoe Lake. Aber erst nach dem man von der Klippe ins Wasser gesprungen ist. Wirkt aber besser als jeder Kaffee. Vielleicht hätte ich den Kaffee nicht trinken sollen. Koffein und Adrenalin  sind eine tolle Mischung... aber nicht wenn man still im Bus sitzen muss!

 
 



Na zum Glück ist die Fahrt nicht lang bis zu den Athabasca Falls. Die sind witzigerweise eindrucksvoller als im Mai. Liegt aber vielleicht auch am besseren Wetter. Hier gibt's es dann auch das obligatorische Moose-Gruppenfoto.



 


Weiter geht's zum Lunch an die Tangle-Creek-Falls. Auch hier ist das klettern wesentlich einfacher ohne Schneematsch. Leider geht es nicht den ganzen Weg rauf. Dafür gibt es frisches Wasser direkt vom Wasserfall. Also schnell alle Flaschen aufgefüllt bevor es weiter Richtung Banff geht. Der letzte See auf unserem Trip ist Peyto Lake. Wohl mit einer der schönsten Seen auf der Tour.
Noch ein kurzer Stop am Saskatchewan-Crossing für Kaffee-Nachschub und Pinkelpause.






Photobomb :)



Hinter der Bergkette türmt sich eine mehr als ungesund aussehende Wolke auf. Gruselig. Und schließlich sehen wir auch den Grund für die Wolke. Und riechen können wir es auch. Irgendwo brennt ein ordentliches Stück Wald und sorgt für eine Menge Rauch. Aber der Highway ist frei und so kommen wir alle in Banff an. Alle außer Mitch und mir bleiben im Samesun Hostel.. warum ein Zimmer extra bezahlen, wenn man eins im HI hat?




Nach dem Dinner ist es an der Zeit sich von einigen neuen Freunden zu verabschieden. Ein paar sehe ich am nächsten Morgen zum White Water Rafting wieder. Um 0720h werden wir abgeholt. Viel zu früh. Nach fast 2 Stunden sind wir am Startort angekommen. Einweisung, Umziehen (ohne Baumsuche) und dann die ersten verrückten Gruppenfotos. Wenigstens sehen wir alle gleich bescheuert aus in unseren Outfits. Aber im eiskalten Kicking Hore River möchte ich nicht ohne Schutz landen. Immerhin sind wir gute 2 bis 3 Stunden auf dem Wasser unterwegs. Ein bisschen mehr Aktion hätte es schon sein können, aber immerhin ist keiner aus dem Boot gefallen. Jedenfalls nicht unabsichtlich. Patschnass geht es mit dem Bus zurück zur Basis und dann schnell in die trockenen Klamotten und dann zum Barbecue.



Pünktlich zum Schichtanfang bin ich wieder zurück in Banff und habe beschlossen, dass es an der Zeit ist meine Reise fortzusetzen. Ich glaube ich gehe für eine Weile nach Jasper.

No comments:

Post a Comment