Also wieder ab in die Wilderness. Diesmal wieder mit Ryan. Der hält mich auch schon für verrückt, keine Sorge. Vorstellungsrunde am Two Jack Lake, Lebensmitteleinkauf in Banff, den halben Liquer-Store leergekauft, Kaffee, Frühstück und dann ab Richtung Lake Louise. Goodbye Banff.
Das ist so ziemlich die verrückteste Truppe, die ich bis jetzt miterleben durfte. Marlies aus Holland, Freddie aus Belgien, Jimmy und Jess aus Australien, Natalie aus New Zealand, Sarah aus Canada, Markus und Veronica aus Bayern. Oh, oh... und ich mittendrin.
Zum Lake Louise nehmen wir diesmal nicht den Highway sondern den Bow Valley Parkway. Schöner anzusehen und die Chancen etwas von Kanadas Wildlife zu sehen sind ebenfalls höher. Und es war die richtige Entscheidung. Wir sehen einen Schwarzbären. Hinter Bäumen versteckt, aber ein Bär. Und das gleich am ersten Tag. Das geht gut los.
Am Lake Louise angekommen hoffe ich beim dritten Besuch endlich den Hype zu spüren. Quatsch, ich erwarte von der Seite aus nichts mehr. Diesmal hiken wir zum Teehaus hoch. Ordentlicher Hike und oben angekommen gibt es Lunch.
| Lunchtime |
Und Chipmunks und Squirrels! Es gibt immer noch Leute die meinen sie tun den Tieren einen Gefallen indem sie sie füttern. Nee Leute... die Schilder stehen da aus einem guten Grund. Nur mal so kurz zum Verständnis: Wenn man anfängt die Tiere zu füttern, hören sie auf selbst nach Nahrung zu suchen. Das bedeutet früher oder später verhungern sie. Außerdem darf ich mich nicht aufregen, wenn ich einem Tier etwas zu futtern gebe und es mir dann auf den Schoß oder in den Rucksack hüpft. Stupid People.
| Chipmunk |
| Don't move! |
Wieder zurück im Bus geht's weiter in Richtung Icefield Parkway. Kurzer Stop am Moraine Lake und am Bow Lake bevor wir in Rampart Creek ankommen. Wilderness here we go. Campfire mit Umbrella und iPod... mal was anderes. Sauna und Abkühlung im Creek sind nicht für jeden etwas. Nach einer erholsamen Nacht gibt es gemeinsames Frühstück. Und ich stelle fest das ich doch nicht so verrückt bin, wie ich dachte. Hab nachts noch gedacht, es regnet ins Zimmer. Ist auch tatsächlich so. Alan, der Manager vom Hostel sitzt am Tisch und sagt nur: "Wollt ich schon seit Wochen reparieren". Ähm ja...
| I see bacon everywhere... |
| Bow Lake |
| There's sunshine, let's go there |
Irgendwann around nine-ish (1030h) geht die Tour weiter Richtung Columbia Icefield. Am Athabasca Glacier angekommen, folgt Ryans tpische Ansprache. Keine Brewster Tour! Wir geben niemandem Geld der UNESCO-Welterbe in die Luft sprengt. Stupid people! Nur damit man einen Skywalk bauen kann. Wer braucht denn sowas? Und dann noch 15 Dollar dafür kassieren. Na wir haben jedenfalls auch kostenlos Spaß am Glacier. Hiken kostet ja nichts.
Weiter geht's Richtung Sunwapta Falls. Sunwapta bedeutet "turbulente Wasser"... trifft es ziemlich genau. Hat ja auch ordentlich geregnet letzte Nacht, aber vom Mai her weiß ich noch, dass es ebenfalls ziemlich turbulent war.
| Athabasca Falls |
| couldn't find a bed |
Bevor wir Edtih Cavell erreichen steht uns noch ein Wapiti Portrait und dann heißt es zweite Nacht in der Wilderness. Diemal mit Hufeisenwerfen und natürlich einem ordentlichen Campfire. Und leckerem Barbecue!
Ich merke meinen Schnupfen schon und gehe deshalb früh ins Bett. Die anderen spielen noch bis spät in den morgen "Boomers". Trinkspiel der besonderen Art. Man muss seinen Drink die ganze Zeit in der nicht bevorzugten Hand halten und trinken. Also Rechtshänder in der linken Hand für Linksflossen umgekehrt. Das Spiel geht so gut, dass Jimmy morgens um 0300h in die Hütte kommt, sich auf den Boden vor den Ofen legt und dort schlafen will. Nur mit Shorts und einer Decke. Der holt sich so auch eine ordentliche Erkältung. Freddie fühlt sich verantwortlich und versucht ihn in sein Bett zu bringen. Klappt dann auch irgendwie. Jimmys letzte Worte vorm einschlafen "I'm Australian" worauf ich nur im Halbschlaf erwiedern kann, dass sei auch die Entschuldigung für alles. Am nächsten Morgen sehen alle geringfügig verkatert aus. Okay, Jimmy mehr als geringfügig.
Da kommt uns der "Spaziergang" am Maligne Canyon sehr gelegen. Keine große Anstrengung und die Sonne lässt sich auch wieder blicken. Im Canyon werden wir Augenzeuge einer mehr als bescheuerten Rettungsaktion. Irgendwie hat es der Junge geschafft über die Felsen und durch den Fluss zu klettern, weiß nun aber nicht wie er wieder zurückkommt. Die Schwester versucht sich am eh schon vorhanden Seil abzuseilen, verfängt sich aber mit den Haaren im Seil. Jetzt hängt sie 4 Meter über dem Boden im Canyon und der kleine Bruder weiß plötzlich wieder den Weg zurück. Mit nassen Füßen und etwas Hilfe von Markus steht er nun wieder hinter der Absperrung. Angeblich ist er an dem Seil runtergekommen... ja klar. Ohne Ausrüstung und alles. Keine Ahnung wie Dad jetzt seine Tochter da losgekriegt hat, aber nach 40 Minuten ziehen wir weiter. Irgendwann wollen wir ja am Ende des Canyons ankommen... Hunger macht sich bemerkbar.
Da die Sonne mittlerweile schön wärmt, fahren wir zum Lake Annette für einen Lunch am Beach und natürlich zum schwimmen. Das ich das bereuen werde, war mi da schon klar. Verschnupft schwimmen bedeutet entweder Erkältung komplett weg oder viel schlimmer.
| Swimming with a Wapiti |
| No, not a Wapiti |
| oranje, oranje.... |
| Lake Annette |
Die heiße Dusche im Hostel ist mehr als willkommen. Danach geht es nach Jasper in den Whistlers Stop Pub. Yeah, 6 Dollar Burger... yummie. Und da wir immer noch Boomers spielen, dauert es nicht lange, bis einige in den Genuss kommen den Helm tragen zu dürfen. Keine Ahnung, wann wir die Regel aufgestellt haben. Bin nur froh, dass ich mein Bier in der rechten Hand halte. Ehrlich gesagt, glaube ich, dass Linkspfoten bei dem Spiel eher gewinnen. Wobei sich die Frage stellt, wer eigentlich gewonnen hat. Derjenige der am meisten getrunken hat oder am wenigsten? Doesn't matter. Live for the moment and have fun. Oder wie Nat sagen würde: "Party, Party, Party yeah!"
| BOOMERS! |
Da ich mir aber 'ne schöne Erkältung eingefangen habe, bin ich zeitig verschwunden. Irgendwie krieg ich immer einen Schnupfen, wenn ich den Wohnort wechsel. Keine Ahnung... Abschiedsschmerz und Reisen scheinen sich auf mein Immunsystem auszuwirken. Auch wenn es für mich am nächsten morgen nicht mit dem Bus weitergeht. Zurük nach Banff will ich nicht wirklich. Mal sehen, was Jasper zu bieten hat. Marlies und Freddie springen ebenfalls mit ab. Dann haben wir noch ein paar Tage Zeit Jasper gemeinsam zu erkunden.
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